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Feuer und Flamme - Freiwillige Feuerwehr Bretten online

Gefahrgutunfall im Gewerbegebiet Gölshausen

14:00:00 09.05.2012 von Steffen Kley

Nitrose Gase in Gewerbegebiet ausgetreten

Am Dienstagabend kam es im Industriegebiet des Brettener Stadtteils Gölshausen zu einem Gefahrgutunfall mit einem Austritt von nitrosen Gasen. Ein Großaufgebot von Hilfskräften kam dabei zum Einsatz.

Kurz vor 18 Uhr war es beim Ansetzen einer Beize aus Salz- und Salpetersäure zu einer chemischen Reaktion gekommen. Mit einem Saugwagen eines Entsorgungsunternehmens sollte die Flüssigkeit abgepumpt werden. Dabei setzte sich die Reaktion im Tank des LKWs fort. Einsatzkräften der Feuerwehr Bretten, die zunächst mit den Abteilungen Bretten und Gölshausen im Einsatz war, gelang es, die Reaktion in dem Becken im Gebäude durch das Einbringen von Harnsäure zu stoppen.

Die Flüssigkeit in dem Fahrzeug, das zwischenzeitlich aus der Betriebshalle gefahren worden war, erhitzte sich jedoch weiter. Durch den dabei entstehenden Druck schlug der Behälter leck und die bei der Reaktion entstandenen nitrose Gase traten aus. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten sich daraufhin in Sicherheit bringen. Zwei Feuerwehrleute, die durch Vollschutzanzüge geschützt waren, wurden ebenso wie eine weitere Feuerwehrfrau vorsorglich in das Krankenhaus Bretten gebracht. Mit Wasserwerfern gelang es, die gelben Dampfwolken niederzuschlagen. Parallel dazu evakuierten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei das Industriegebiet. Rund 130 Personen wurden in einer Turnhalle untergebracht und von Helfern des DRK betreut. Bei 13 Personen bestand der Verdacht, dass sie mit den austretenden Stoffen in Kontakt kamen. Vier von ihnen wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Die Anwohner wurden mit Radio- und Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Zudem wurden die Bundesstraße 293 und die Stadtbahnstrecke der Linie S4 gesperrt. Im Umfeld wurden vorsorglich Messungen durchgeführt.

Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bretten, des ABC-Zuges, des Gefahrgutzuges „Karlsruhe Land-Nord“ und Kräfte aus dem benachbarten Enzkreis richteten beim Firmengelände einen Dekontaminationsplatz ein. Hier wurden die unter Vollschutz arbeitenden Feuerwehrleute nach Verlassen des Gefahrenbereiches dekontaminiert. Den Einsatzkräften gelang es, den Tank herunterzukühlen und die Domdeckel zu öffnen. Anschließend wurde er mit Wasser geflutet und so das Säuregemisch verdünnt. Weiter wurde das Betriebsgebäude belüftet.

Phasenweise waren weit über 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und mehreren DRK-Bereitschaften im Einsatz. Der Einsatz der Feuerwehr wurde von der stellvertretenden Kommandantin Agathe Meinzer geleitet. Sie wurde von Bezirksbrandmeister Jürgen Link, Kreisbrandmeister Thomas Hauck und dem Leiter der Berufsfeuerwehr Karlsruhe, Dr. Roland Görtz, als Fachberater „Chemie“ sowie Oberbürgermeister Martin Wolff unterstützt. Der Einsatz des Rettungsdienstes wurde vom Leitenden Notarzt Dr. Richard Spörri sowie dem Organisatorischen Leiter Klaus Münch koordiniert.

Der Einsatz der Feuerwehr zog sich bis weit nach Mitternacht hin. Um die Entsorgung bzw. Reinigung des kontaminierten Firmeninventars und des LKWs werden sich Spezialfirmen kümmern.

Durch den raschen und entschlossenen Einsatz der verschiedenen Hilfskräfte gelang es, Schaden für noch mehr Menschen zu verhindern. Auch konnte der Austritt der Säuren und Dämpfe weitgehend auf das Firmengelände beschränkt werden. 

Bericht: Thomas Reiff, Kreisfeuerwehrverband Landkreis Karlsruhe
Bilder: Torsten Kull, Thomas Reiff

   

Video auf www.pz-news.de






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